Bei milden 22 bis 23 Grad bot der dritte Abend der 8. Göttinger Bahnlaufserie Leichtathletik vom Feinsten: ein souveräner Staffelsieg der LG Göttingen mit Meetingrekord, ein enges Duell über 400 Meter, volle Felder über 1.500 Meter, 25 Runden Langstrecke – und mit dem Hochsprung erstmals ein weiterer technischer Wettbewerb im Programm.
3x1000 Meter: Göttinger Trio souverän
Den Auftakt machten die Langstaffeln. Über 3x1000 Meter stellte die LG Göttingen ein starkes Trio: Michel Baumbach, Mathias Hotze und Moritz Susmann setzten sich klar an die Spitze und gewannen in 8:39,11 Minuten mit Meetingrekord.
Über 3x800 Meter gewann die LG Eichsfeld in 8:19,15 Minuten (Emily Kellner, Miley Gremmler, Lina Hartmann) und sicherte sich damit die Wertung der weiblichen U16. Für die LGG eröffnete Juela Damber ihr erstes Rennen überhaupt, Felina Thieke und Nele Niemeyer komplettierten das Trio – am Ende standen gute 8:32,76 Minuten für die drei Mädchen der U18 zu Buche.
400 Meter: Rückspiel mit anderem Ausgang
Dank der Flexibilität der Ausrichter kam kurzfristig ein Einladungsrennen über 400 Meter ins Programm. Wie schon beim Serienauftakt vor zwei Wochen kam es zum Zweikampf zwischen Maik Bruse und Jakob Wübker vom VfL Eintracht Hannover. Damals hatte Bruse mit 49,91 zu 50,19 Sekunden die Nase vorn. Diesmal drehte Wübker den Spieß um: 49,60 Sekunden bedeuteten den Sieg und die schnellste 400-Meter-Zeit dieser Serienausgabe. Bruse, der auf den letzten 100 Metern mit enormem Schritt heranflog, wurde in 50,90 Sekunden Zweiter. An die Meeting-Bestmarke reichte das nicht heran: Den Serienrekord über 400 Meter hält seit Teil III der Bahnlaufserie 2025 Florian Kroll (LG Osnabrück) mit 46,13 Sekunden.
1.500 Meter: dichtes Feld und ein starkes Debüt
Das Hauptfeld über 1.500 Meter war dicht besetzt. Den Sieg sicherte sich Till Krajenski von den SSF Bonn in 4:11,76 Minuten, dicht gefolgt von LGG-Mittelstreckler Lorenz Liebmann (4:13,45 min). Vincent Laue (LG Braunschweig) komplettierte in 4:15,44 Minuten das Podest. Till Finkenstädt lief als zweitbester Göttinger 4:21,61 Minuten, Felix Krimm 4:39,61, Divek Surujhlal 4:43,42 und Mathias Hotze – kurz nach seinem Staffeleinsatz – 4:51,87 Minuten.
Im zweiten Zeitlauf kamen die Jugendlichen zum Zug, die nach dem Ausfall der zweiten Staffel kurzerhand über die Einzeldistanz meldeten. Hendrik Hedden (M15) glänzte bei seinem Debüt über die Distanz mit herausragenden 4:42,93 Minuten und gewann seinen Lauf. Dass mit ihm zu rechnen ist, hatte er bereits in Teil I über 800 Meter (2:17,80 min) und in Teil II über 2.000 Meter (6:48,58 min) bewiesen. Jannek Wagner (4:58,61 min) und Finian Rosenberg (5:07,16 min) komplettierten mit couragierten Rennen den starken Auftritt der Nachwuchsgruppe auf dieser für sie neuen Strecke.
Bei den Frauen ging es ebenfalls zur Sache: Alexandra Müller-Scholz gewann die Wertung in 4:51,93 Minuten – eine Zeit, mit der die W40 im Gesamtfeld Rang 15 belegte und damit zahlreiche deutlich jüngere Läufer hinter sich ließ. Hauchdünn dahinter folgte Jule Foelckel (Frauen-Hauptklasse) in 4:52,84 Minuten; für sie war es ein Kraftakt, denn nur drei Tage nach den Landesmeisterschaften über 10 Kilometer in Bremen bewies sie trotz schwerer Beine Kampfgeist. Jutta Gröne (LG Eichsfeld, W35, 4:54,47 min) und Greta Hopp (LG Nordharz, 4:55,45 min) komplettierten die Top vier. Für die LGG liefen außerdem Karla Breckle (WU20, 5:28,92 min), Paula Starke (W30, 5:29,90 min) und die erst 16-jährige Felina Thieke (WU18, 5:35,15 min), die damit an ihren Staffeleinsatz über 800 Meter anknüpfte.
Eine Sonderrolle kam Mark Müntefering (M13, 5:23,46 min) und Emma Heinrichs (W10, 5:53,27 min) zu: Beide gingen außer Wertung an den Start, weil ihre Altersklassen die 1.500 Meter nach den DLV-Bestimmungen offiziell noch nicht bestreiten dürfen. Der Lauf war als Trostpflaster für die ausgefallenen Staffeln gedacht – und die beiden Jüngsten des Abends lieferten prompt tolle Leistungen ab.
10.000 Meter: Holtz dominiert
Zum Abschluss gingen die Langstreckler auf die 25 Stadionrunden. Zwar war das Feld kleiner als im Vorjahr, das Tempo an der Spitze stimmte dennoch: Christopher Holtz, der erstmals in diesem Herbst antrat, dominierte die Konkurrenz und siegte souverän in 33:42,01 Minuten. Alexander Fürle (Laufteam Wolfshagen im Harz) folgte in 34:34,47 Minuten, Andreas Gerrits (M45) machte als Dritter in 35:57,29 Minuten das Podest für die LGG komplett.
Schnellste Frau war Anouk Maurer in 39:03,27 Minuten – in der W40 eine beachtliche Marke, die ihr zugleich Rang fünf im Gesamtfeld einbrachte. Ihr folgten Miriam Held (Frauen, 41:19,45 min) und Sanna Almstedt (W50, 45:51,67 min). Johanna Dietrich (LG Braunschweig) gewann die weibliche U20 in 39:12,00 Minuten und lief als 18-Jährige damit die zweitschnellste Frauenzeit des Abends. Weiter im Ziel für die LGG: Lokesh Pandey (38:50,50 min), Florian Schwabe (M50, 44:23,82 min), Rupert Helbig (M60, 48:37,59 min) und Francisco Welter-Schultes (M60, 51:25,37 min).
Hochsprung: Eichsfelder Doppelerfolg, Heske als einzige Göttingerin
Nach der Weitsprung-Premiere in Teil II erweiterte der Hochsprung das Programm um einen zweiten Sprungwettbewerb – und er wurde gut angenommen: sieben Teilnehmende von der M12 bis zum M55.
Den Sieg holte sich Lisa Gerhardy (LG Eichsfeld, WU18) mit 1,60 Metern, die sie im ersten Versuch überquerte, ehe sie an 1,64 Metern scheiterte. Leni Gerth (Eschweger TSV, WU18) und Sophia Hellmann (LG Eichsfeld) übersprangen beide 1,56 Meter; die bessere Fehlversuchsbilanz gab für Gerth den Ausschlag zu Rang zwei. Hellmann sprang die Höhe als W14 und gewann damit ihre Altersklasse. Vierter wurde Jasper Kaspari (SVG GW Bad Gandersheim) mit 1,40 Metern und dem Sieg in der M14.
Für die LG Göttingen war Theda Mathilde Heske am Start: Mit 1,28 Metern belegte die W14 Rang fünf und war damit beste Göttinger Springerin des Abends. Lean Seibeck (LAV Kassel) meisterte in der M12 1,24 Meter, Mark Kaspari (SVG GW Bad Gandersheim, M55) rundete das Feld mit 1,08 Metern ab.
Unter dem Strich gab es dann viele zufriedene Gesichter:
Oliver Majchrzak (LGG-Vorsitzender):"Eine Bahnserie lebt nicht nur von den Rennen, sondern davon, dass drumherum alles stimmt. Christoph Schunke und Volker Hillebrecht haben im Wettkampfbüro wieder ganze Arbeit geleistet, kurzfristige Umstellungen wie das Einladungsrennen über 400 Meter oder die Ummeldungen nach dem Staffelausfall waren für die beiden kein Problem. Und Kevin Eichhardt hat am Mikrofon mit Moderation und Musik für genau die Stimmung gesorgt, die so einen Abend trägt. Dafür an alle drei ein großes Dankeschön.
Sportlich würde die ganze Serie über immer etwas Besonderes geboten. In Teil I war es Lorenz Liebmann, der über 800 Meter mit 1:59,92 Minuten die Zwei-Minuten-Marke unterboten hat. In Teil II hat mich Tim Gollisch beeindruckt: in der M50 über 1.000 Meter 2:50,83 Minuten zu laufen, das ist sehr hohes Niveau. Und Teil III gehört für mich Moritz Susmann. Er kommt eigentlich vom Schwimmen und aus dem Triathlon und war für uns ein völlig unerwarteter Starter – in Teil II hat er die 1.000 Meter in 2:43 Minuten gewonnen und diese Form jetzt auf der Staffelrunde mit rund 2:45 noch einmal bestätigt."