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Trauer um Christine Luerßen geb. Klemme und Heinz Meier

Die LG Göttingen trauert um zwei verdiente Mittel- und Langstreckenläufer der ersten Jahre. Im Alter von 71 Jahren verstarb am 24. September Christine Luerßen geb. Klemme in
Greifswald und im Alter von 81 Jahren am 3. Oktober Heinz Meier in Göttingen.

Als Turnerin bei Tuspo 1861 Göttingen begonnen, wechselte Christine Klemme Mitte (*2.2.1950) der 60er Jahre in die Leichtathletikabteilung des Vereins und wurde schnell eine der besten Mittelstrecklerinnen Niedersachsens. Mehrere Landesmeistertitel von 800m bis 3.000m auf der Bahn sowie im Waldlauf in der Jugend und im Frauenbereich stehen für die unter dem Spitznamen “Pünktchen” bekannte Göttinger Läuferin zu Buche. U.a. zusammen mit ihrer noch heute in Göttingen lebenden Zwillingsschwester Renate stand sie auch bei Deutschen Waldlaufmeisterschaften in der Mannschaftswertung auf dem Siegerpodest. 1970 kam sie bei einem Juniorinnen-Länderkampf gegen Frankreich für Deutschland über 1.500m zum Einsatz.. Besonders stolz war Christine darauf, dass sie 1972 als einzige Frau in Süd-Niedersachsen die Olympische Fackel durch Göttingen tragen durfte. Bei den Spielen in München konnte sie dann den großen Auftritt ihrer ein Jahr älteren Dauerkonkurrentin Hildegard Falk (VFL Wolfsburg) verfolgen, die über 800m in 1:58,6 Minuten Olympia-Gold holte. Im direkten Aufeinandertreffen in Niedersachsen hatte die Olympiasiegerin aber gelegentlich auch schon gegen Christine den Kürzeren gezogen. Der größte Erfolg von Christine war am 21. Februar 1975 der Gewinn des Deutschen Meistertitels über 3.000m in der Halle in Stuttgart in 9:38,4 Minuten. Aufgrund von Verletzungsproblemen beendete Christine ihre leichtathletische Karriere jedoch bereits Ende der 70er Jahre. Seit dieser Zeit lebte sie im Norden Deutschlands, zuletzt bis zu ihrem Tod in Greifswald.

Seit Anfang der 60er Jahre war Heinz Meier (*25.5.1940) in der Göttinger Mittel- und Langstreckenszene zu finden. Vor der Zusammenführung der Leichtathletikabteilungen von Tuspo 1861 Göttingen und SC Göttingen 05 am 1. Januar 1970 zur LG Göttingen, startete er abwechselnd für beide Vereine. Für 05 wurde er u.a. Gesamtsieger der 3. Göttinger Crosslauf-Serie 1964/65. Nach etwas ruhigeren 70er Jahren folgte für Heinz in den 80ern die zweite intensive Phase im “Masteralter”, die ihren Höhepunkt im Gewinn des Deutschen Crosslauf- Meistertitels 1989 in Vinsebeck in der AK M45 fand. Als Heimtrainer von Antje Winkelmann (heutige Fenner) baute er seinen Schützling nicht nur zu einer Spitzenläuferin mitOlympiaambitionen auf, sondern war gleichzeitig bei identischem Leistungsvermögen (beide um 9.00 Minuten für die 3.000m) idealer Trainingspartner für Antje bis hin zum Zugpferd bei ihrem Landesrekord der Frauen über 10.000m. Darüber hinaus trug Heinz sehr viel zum Zusammenhalt der LGG-Laufgemeinschaft bei. Legendär sind die vielen geplanten und spontanen geselligen Zusammenkünfte nach Training oder Wettkampf im Schrebergarten in Kiesseenähe, aus dem die Laufgemeinschaft auch häufig mit Obst und Gemüse von seiner Ehefrau Heide versorgt wurde. Einen bewussten Schlussstrich unter die leichtathletische Karriere setzte Heinz beim ersten Göttinger Altstadtlauf am 30. August 1989, bei dem er als 49Jähriger den glänzenden zweiten Platz auf der Mittelstrecke belegte. Seitdem betätigte er sich überaus aktiv im Radsport, blieb dem LGG-Laufsport aber weiterhin u.a. als radelnder Anführer des Lauffeldes beim Altstadtlauf oder als Streckenposten bei der Crossserie treu.

Bestzeiten:
Christine Klemme:
800m: 2:14,6 1971
1.500m: 4:22,2 1976
3.000m: 9:20,6 1976
Heinz Meier:
5.000m: 14:48,0 1967
10.000m: 31:04,0 1967

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