Neele Eckhardt mit langer Pause, Lisanne Rieker schwer verletzt

In den Teilnehmerlisten hochrangiger Meisterschaften wird man den Namen Neele Eckhardt auf nicht absehbare Zeit vergebens suchen. Die Dreispringerin der LGG ist nach einer schwerwiegenden Krankheit mit zehntägigem Klinikaufenthalt zu einer langen Trainings- und Wettkampfpause gezwungen. Als Folge einer Lungenentzündung ist die Fitness der Universiade-Siegerin derart angegriffen, dass auch nach zwei Monaten an ein wettkampfvorbereitendes Training nicht zu denken ist. Die Hallensaison einschließlich der Europameisterschaften in Glasgow und der Deutschen Meisterschaften, bei denen eine Titelverteidigung anstünde, ist in jedem Fall gestrichen. Was dann kommt, wird man sehen. Derzeit stehen leichte Stabilisations- und Mobilisationsübungen auf dem Programm der 26-jährigen Sportsoldatin. Eine medizinisch abgeklärte Prognose, ab wann eine volle Belastung wieder möglich ist, ist nicht zu erstellen.
Mit Unsicherheiten behaftet ist somit auch die Freiluftsaison, in der nicht nur die Verteidigung des nationalen Meistertitels auf dem Spiel steht. 2019 ist wieder WM-Jahr und ein Großteil der Saisonplanung sollte auf dieses Großereignis projiziert sein. Vorteil: Die WM findet in diesem Jahr erst Ende September/Anfang Oktober in Doha (Katar) statt. Von Athleten und Trainern als unsinnig beklagt – sowohl was Ort als auch Zeitraum betrifft – könnte daraus für Neele durchaus ein Vorteil entstehen. Einschränkend gibt Trainer Frank Reinhardt aber zu bedenken: „Wenn der Saisonverlauf erkennen lässt, dass die Form für die WM nicht ausreicht, werden wir uns von diesem Ziel wohl verabschieden.“
Auf die Frage, ob die Schwere der Erkrankung ein Anlass gewesen sei, die Leistungssportkarriere an den Nagel zu hängen, war die Antwort klar und deutlich. Das wäre nur einer Überlegung wert gewesen, wenn die Krankheit auf lange Sicht einen Wiedereinstieg ins Training verhindern würde. Danach sieht es aber eindeutig nicht aus. Ansonsten äußert sich Neele eher zurückhaltend, jedoch: „Das Fernziel Olympische Spiele 2020 motiviert mich natürlich, weiter zu machen und langfristig zu planen.“

Noch schlimmer hat es indes die Nr. 2 der LGG im Frauen-Dreisprung erwischt. Für Lisanne Rieker, ehemalige Deutsche U18-Meisterin und vielfache Finalistin bei Deutschen Meisterschaften, dürfte der Leistungssport beendet sein. Ausgerechnet im Endstadium der Vorbereitung zum Medizin-Staatsexamen verletzte sie sich beim Absprung von einer Kletterwand am Knie so schwer, dass Wettkampfleichtathletik kaum jemals wieder möglich sein dürfte. Anders als Neele Eckhardt wollte sich Lisanne Rieker aufgrund der Unverträglichkeit von Leistungssport und beruflicher Tätigkeit als Ärztin ohnehin vom Leistungssport verabschieden.

Wir wünschen beiden Athletinnen von Herzen das Allerbeste, eine baldige Genesung für das Erreichen der eigenen Ziele!