Neele Eckhardt ist Deutsche Hallen-Meisterin Dreisprung

Genau zehn Jahre nach dem Sieg von Jacob Minah im Siebenkampf kann sich die LG Göttingen wieder mit einem Deutschen Leichtathletikmeistertitel schmücken. In der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle gewann Dreispringern Neele Eckhardt nach ihren Erfolgen bei den U20 (2010) und U23 (2014) ihre erste nationale Meisterschaft in der Frauenklasse. Nicht ihre derzeitiges Potenzial ausschöpfen konnte Lisanne Rieker als zweite LGG-Starterin. Ihr einziger gültiger Sprung auf 12,36 Metern reichte in Dortmund nur für den siebten Rang.

Titelverteidigerin Jenny Elbe (Dresdener SC) hatte verzichtet und Vizeweltmeisterin Kristin Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz) kurzfristig abgesagt, so dass Eckhardt als Favoritin in den Wettkampf ging. Bei realistischer Betrachtung ging Gefahr ohnehin nur von Nachwuchstalent Jessie Maduka (ART Düsseldorf) aus, die in den USA studiert und für die Meisterschaften eingeflogen wurde.
In der ausverkauften Dortmunder Leichtathletikhalle war aber im ersten Durchgang bereits klar, wer hier das Sagen hatte. 14,13 Meter leuchteten nach dem Auftaktsprung der Göttinger Sportsoldatin auf der Anzeigetafel auf: persönliche Bestleistung, Landesrekord und deutlich jenseits der Möglichkeiten der Konkurrenz. Nahezu gewiss, dass niemand ihr den Meistertitel streitig machen könnte, ging Eckhardt ins Risiko und zeigt bei knapp übertretenen Sprüngen, wohin die Reise tatsächlich gehen kann, nämlich Richtung 14,50 Meter.
In der Bilanz gilt es zu konstatieren, dass mit der vier Jahre jüngeren Maduka ernstzunehmende Konkurrenz ins Haus steht, sofern diese in der Lage ist, ihre technischen Defizite abzubauen. Zweifelhaft ist indes, ob die schon lange Jahre der europäischen Spitzenklasse angehörigen Gierisch und Elbe in Dortmund in der Lage gewesen wären, Eckhardt Paroli zu bieten. Für sie kommt die nächste und gleichzeitig letzte Herausforderung dieser Hallensaison in zwei Wochen in Birmingham. Bei der Hallen-WM wird sie als aktuell Neunte der Weltrangliste ins Rennen gehen, wobei unsicher ist, ob alle vor ihr platzierten Springerinnen ihr Startrecht auch wahrnehmen werden bzw. können. Führend ist derzeit die US-Amerikanerin Keturah Orji mit 14,53 Metern.
Gegenüber leichtathletik.de äußerte Neele sich im Anschluss an den Wettkampf natürlich zufrieden und richtete den Blick gelich voraus auf die Hallen-WM in Birmingham:

Ich hatte mir für den Wettkampf keine genaue Weite vorgenommen, wollte einfach einen guten Wettkampf zeigen. Das ist mir ja mit dem Titel und den 14,13 Metern, die ja auch persönliche Bestleistung sind, auch gelungen. Wenn ich über 14 Meter springe, ist es für mich immer ein guter Wettkampf. Ich habe die Norm für die Hallen-WM nicht ganz geschafft, bin diese aber schon im Vorjahr gesprungen und stehe in der Weltjahresbestenliste auf Rang acht. Daher bin ich optimistisch, dass ich nach Birmingham fahren darf. Ich würde dort gerne noch ein bisschen weiter springen als heute. Und eine Platzierung zwischen Rang eins und acht wäre bei der Hallen-WM schon nett.

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