Lisa Jung "mehrkämpft" sich auf Rang sechs bei der DM

Mit einem sechsten Platz bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften knüpfte Lisa Jung nahtlos an ihre bisherigen Erfolge bei nationalen Titelkämpfen an. Die 4838 Punkte im Siebenkampf wären bei besseren Bedingungen sicherlich noch deutlich zu toppen gewesen. Bei grausigem Wetter und einer Organisation sowie Wettkampfanlagen, die weder einer Deutschen Meisterschaft noch einem Bundesleistungszentrum würdig waren, startete Lisa am Sonnabend mit guten 15,51 Sekunden über 100 m Hürden. Es folgten 1,62 Meter im Hochsprung: Saisonbestleistung im strömenden Regen mit Landungen auf einer vollgesogenen Matte. Im Kugelstoß war dann ein Hausrekord zu verzeichnen: 11,28 Meter und erstmals eine 11 vor dem Komma. 26,27 Sekunden im abschließenden 200 m-Lauf zu einem Zeitpunkt, an dem der erste Wettkampftag längst hätte beendet sein sollen: auch sehr ordentlich.

Übernachtet wurde mit dem neunten Platz, der am zweiten Wettkampftag gleich durch 5,41 Meter im Weitsprung verbessert wurde. Einen Hänger gab es dann im Speerwurf mit nur 30,04 Metern. Im abschließenden 800-m-Lauf folgte mit 2:24,37 Minuten noch eine weitere persönliche Bestleistung.

In der Göttinger Mehrkampf-Historie muss man über 20 Jahre zurückgehen, um einen vergleichbaren Erfolg bei Deutschen Meisterschaften zu finden: Dreispringerin Katrin Feuerbach wurde 1994 und 1995 jeweils Achte im Siebenkampf. Einschränkend ist jedoch anzumerken, dass der Start in der Frauenklasse ein geschickter Schachzug von Lisa und ihrem Trainer Karsten Jung war, denn das Niveau in der separat gewerteten U23-Klasse war höher. Hier wäre Lisa Siebte geworden und in derselben Disziplin in beiden Klassen wertungsberechtigt, ist man im Mehrkampf bei Deutschen Meisterschaften nicht. Auch die fehlende Wahrnehmung der U-Klassen in der Öffentlichkeit trug nach Angaben von Lisa zur Entscheidung bei.