Neele Eckhardt zwölfbeste Dreispringerin der Welt

Mit dem Prädikat „zwölfbeste Dreispringerin der Welt“ lässt es sich sicherlich vorzüglich auskommen. Insofern war Dreispringerin Neele Eckhardt nach dem WM-Finale in London keinerlei Enttäuschung darüber anzumerken, dass es bei optimalem Verlauf vielleicht doch noch zwei bis drei Plätze weiter nach oben hätte gehen können. Sowohl Athletin als auch Trainer waren mit dem Erreichten nicht nur außerordentlich zufrieden, sondern werteten den zwölften Platz berechtigterweise als herausragendes Ergebnisse jahrelanger zielorientierter Arbeit.

Tatsächlich verlief der erste Durchgang des Finales für Neele keineswegs optimal, was vor Ort von ihr jedoch gar nicht so empfunden wurde. Kalt war es am Montagabend im Londoner Olympiastadion und nieselig, typisches Londoner Wetter also. Die Bedingungen waren für alle Springerinnen insofern gleich. Vor dem ersten Sprung von Neele war jedoch die elektronische Weitenmessung ausgefallen. Die Kampfrichter suchten minutenlang im Computer nach der Weite der späteren Goldmedaillengewinnerin Yulimar Rojas, währenddessen Neele bei Wind und Wetter am Anlauf stand, jedoch nicht loslegen durfte. Nach einer für den Betrachter gefühlten Ewigkeit durfte sie dann wieder Platz nehmen, um kurz später doch ins Geschehen eingreifen zu können. Der Sprung wurde mit 13,94 Metern vermessen und ging ohne Windangabe ins Protokoll, weil nicht nur die Weiten- sonder auch die Windmessung kurzzeitig ausgefallen war. In Durchgang Zwei erfolgte eine Steigerung auf 13,97 Meter. Die Hoffnung auf drei weitere Sprünge war insofern durchaus berechtigt, aber geringe technische Defizite, die dem Experten auch bei der Qualifikation  schon offenkundig waren, führten dazu, dass Neele ihren dritten Sprung nach den Step abbrach.

Fazit: Nach dem achten Platz von Kugelstoßer Michael Mertens bei der WM in Athen 1991, war das Abschneiden von Neele Eckhardt das beste Resultat aller Zeiten aus Reihen der LGG, welches angesichts der Tatsache umso höher zu bewerten ist, dass Mertens seinerzeit ein „eingekaufter“ Athlet war, der seinen Lebensmittelpunkt nicht in Göttingen hatte.

Vorbei ist die anstrengende Saison für die Jura-Studentin keineswegs. Bereits in der kommenden Woche steht die Universiade in Taipei an, für die sie sich als einzige deutsche Springerin qualifizierte. Die Qualifikation findet am Freitag statt, das Finale erst am Montag. Eine Übersicht über das Teilnehmerfeld steht dem Chronisten bislang ebenso wenig Verfügung wie Informationen darüber, ob die Veranstaltung Live oder als Stream verfolgt werden kann.