Nächste Neele-Flugshow in Kassel, nächster Titel

Ein weiterer großer Schritt Richtung WM gelang Neele Eckhardt am Himmelfahrtstag. Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Kasseler Auestadion stellte sich die Dreispringerin der LGG nach dem erfolgreichen Saisonauftakt vier Tage zuvor in Garbsen erneut in Topform vor. Dabei liefen die ersten Versuche bei – bis auf die wechselnden Winde − besten äußeren Bedingungen etwas unrund.
Die ersten vier Sprünge endeten diesseits der 13,80 Meter. Erste im fünften Durchgang kam die angehende Juristin mit 13,88 Metern nahe an ihre Saisonbestleistung heran. Im letzten Sprung bewies Eckhardt dann, dass sie an Wettkampfstabilität deutlich zugelegt hat. Bereits beim FHDW-Springermeeting in Garbsen war der letzte Sprung ihr bester, in einer kräfteraubendem technischen Disziplin wie dem Dreisprung nicht unbedingt der Normalfall. In Kassel drehten sich die Windfahnen beim Anlauf zu Durchgang sechs zudem plötzlich auf Gegenwind. Trotzdem gelang Eckhardt ein nahezu perfekter Satz auf 14,05 Meter: Meistertitel mit einem Vorsprung von 60 Zentimetern, persönliche Bestleistung, Landesrekord und Normerfüllung für die Universiade (14,00 Meter), außerdem siebter Rang in der ewigen deutschen Bestenliste.

Es folgte eine feste Umarmung von Trainer Frank Reinhardt, dessen Blutdruck zuvor aufgrund der zahlreichen organisatorischen Mängel an der Sprunggrube in kritische Höhen gestiegen war. Noch nicht ganz gereicht hat es hingegen für die WM in London. Ganz fünf Zentimeter fehlten en der Norm von 14.10 Metern. Die nächste Gelegenheit zur Normerfüllung ergibt sich bereits am Sonntag bei einem Meeting im französischen Forbach. Die Nominierung zur Universiade ist hingegen nur noch eine Formsache. Ob die Göttinger Athletin in Taipeh jedoch wirklich starten wird, ist wegen des hohen zeitlichen Aufwandes fraglich.

Titelverteidigern Lisanne Rieker hatte auf einen Start in Kassel verzichtet. Friederike Altmann war bei ihrem ersten Wettkampf nach langer Verletzungspause noch deutlich verunsichert und schied mit drei Fehlversuchen im Vorkampf aus. Thea Schmidt hingegen scheint sich dem Ende ihrer Formkrise zu nähern und kam mit 12,10 Metern auf den fünften Platz.