Neele Eckhardt nach DM-Bronze vor Einsatz bei Hallen-EM in Belgrad

Knapp zwei Wochen vor der Hallen-Europameisterschaft der Leichtathleten konnte Frank Reinhardt eine überwiegend positive Bilanz ziehen. Der Trainer der LGG-Dreispringerinnerin hatte jedoch hinsichtlich des Gesundheitszustandes seiner Top-Athletin Neele Eckhardt noch einige Tage der Ungewissheit zu überstehen.

Zur Chronologie: Nach einem sehr guten Saisonverlauf verletzte sich Eckhardt im vergangenen Sommer vor den Deutschen Meisterschaften, so dass sie weder um den nationalen Titel mitspringen konnte noch eine realistische Chance besaß, sich für die Europameisterschaften oder gar Olympia qualifizieren zu können. Studienbedingt folgte eine Reduzierung der Trainingsumfänge und die Ambitionen für 2017 waren daher deutlich heruntergeschraubt.

Umso überraschender dann die Entwicklung zu Beginn des Jahres. Zunächst verbesserte Eckhardt ihren eigenen Landesrekord bei den Landesmeisterschaften in Hannover auf 13,83 Meter. Der Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere folgte zehn Tage später beim PSD Bank Meeting in Düsseldorf. In einem Weltklassefeld steigerte die LGG-Athletin auf 14,09 Meter: deutsche Jahresbestleistung, fünfter Platz in der ewigen nationalen Bestenliste, zweiter Platz in Europa, dritter Rang in der Jahresweltbestenliste und schließlich die Qualifikationsweite für Hallen-EM in Belgrad quasi pulverisiert.

Nach dem Verzicht auf einen Start bei den Norddeutschen Hallenmeisterschaften folgte am letzte Sonnabend ein Rückschlag. Eine Atemweginfektion störte nicht nur die Vorbereitung auf die Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig, sondern war letztlich wohl dafür verantwortlich, dass Eckhardt den Wettkampf nach drei Durchgängen abbrechen musste. Eine Diagnose der DLV-Ärzte kam zu dem Resultat, dass die Infektion zu einer Entzündung der Sehnen im Oberschenkelbereich geführt hatte. In Anbetracht dessen war der dritte Platz ein durchaus noch erträgliches Resultat und einem Start in Belgrad dürfte nach medikamentöser Behandlung auch nichts Entscheidendes im Wege stehen.

Im Schatten dieser Ereignisse konnte sich Lisanne Rieker, die Nummer zwei der LGG-Dreispringerinnen, ebenfalls für die Deutschen Hallenmeisterschaften qualifizieren. Danach hatte es zunächst ganz und gar nicht ausgesehen. Die amtierende Deutsche Hochschulmeisterin startete mit einem völlig missglückten Wettkampf in die Saison. Bei den deutschen Hochschul-Hallenmeisterschaften in Frankfurt passte nichts zusammen und die DM-Qualifikation schien in weite Ferne gerückt. Nur drei Tage später dann die wundersame Wendung: zweiter Platz bei den Norddeutschen Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg und mit 13,10 Metern einen halben Meter über der DM-Norm. In Leipzig lief es dann vor 4000 Zuschauern alles andere als rund. Zwar war das Minimalzahl mit dem Erreichen des Finales geschafft, aber etwas mehr als der siebte Platz mit 12,65 Metern wäre durchaus zu erwarten gewesen.